Zertenian

Es ist zu kalt.
Zeigt mein Negativ.

Pseudonyme sind herrlich, nicht wahr?
Aengoth starb vor einigen Tagen
An einer Art… Herzversagen.
Ich weiß schon nicht mehr, wer er war.

Pseudonyme sind herrlich, nicht wahr?
Wir sollten Zertenian fragen,
Ganz allein er kann uns sagen,
Vor wie vielen Herzschlägen man ihn gebar.


Zertenian meint Unterwelt.
Nur wer in sie hinab fällt,
Kann Schwarz und Weiß trennen,
Wahrheit erkennen.
Komm, spring mit mir!
Nun spring doch!
Hinab!
Komm!


--------------------------
copyright Zertenian
Oktober 2007

22.10.07 16:08, kommentieren

Sirenen heulten auf und der Große mit der rostigen Haube machte sich auf den Weg, sein Werkzeug fest in der Hand. Er konnte sie riechen, sie stank nach Angst und Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Handlungsunfähigkeit. Er fühlte sich durch diesen Geruch erregt, es versetzte ihn regelrecht in eine art Trance, er verfiel voll und ganz seinem wahnsinnigen Verlangen, es zu tun. Schon lange hatte sich niemand mehr in diesen gänzlich dunklen Ort verirrt. Die Straße war alt und rissig, der Teer war in niedrige kantige Bordsteine gebettet, in den Fußweg waren Quadrate eingelassen, aus denen junge Bäume ragten, die wie versteinert wirkten, kein Blatt zitterte in den kleinen Kronen.
Der Vollmond war wolkenverhangen, als würde er wegschauen, sich verstecken, wie ein verängstigtes Kind Schutz hinter einem Vorhang sucht und sich die Handflächen auf die Augen presst. Aber so wie man den zitternden Schatten des Kindes hinter dem Vorhang sehen konnte, so sah man auch den leuchtenden Umriss des Mondes, der seinen milchig gelblich silbernen Glanz in die leere Straße streute.
Der Große stank nach Verwesung und Schweiß, gleichzeitig auch nach frischem Blut, nach purer Energie. Jeder Schritt schmerzte ihn, denn sein kräftiger Körper wurde jedes Mal von einem lähmenden Krampf heimgesucht, der jedoch genau so schnell wieder verschwand, wie er einsetzte. Der Schmerz trieb ihn immer weiter an, immer weiter, er nahm den Geruch jede Sekunde intensiver wahr, und proportional dazu stieg auch sein Verlangen danach, sie zu finden, sie zu erfühlen, sie zu peinigen, sie zu zerreißen. Er kam ihr immer näher, er fühlte es. Der Große bog nun links ab, und stöhnte derart tief und laut, dass seine rostige Haube zu zittern begann - er hatte das Haus gefunden, in dem sie sich befinden musste. Das schmale Gebäude hatte eine glatte Front, nach oben war es gradlinig abgeschlossen, wie ein Schuhkarton fügte es sich zwischen die anderen. Auf der dreistufigen Treppe sah man Fußspuren im Dreck, die Tür, an der nur noch wenige dunkelgrüne Lackreste klebten, stand offen. Er trat ein, der Gestank nach ihrer Verzweiflung machte ihn rasend, trotzdem behielt er seine kontinuierlich schleppende Geschwindigkeit bei. Er ging die Treppe hinauf, durchquerte den Flur, dann ein Vorzimmer, bis er vor der Tür stand, die ihn von ihr trennte. Mit einem kraftvollen Hieb konnte er mit seinem Werkzeug die Tür aus dem Weg räumen, dann ein panisches Schluchzen, sie lag auf dem Boden, die schwarze Gestalt, leise winselnd krümmte sie sich. Es schien, als würden unsichtbare Blitze durch ihren Leib schießen, so sehr zitterte sie, ihr zersaustes Haar bedeckte ihren Kopf, die Gestalt wischte sich mit ihrem Handgelenk durchs Gesicht, der Rest von Arm und Hand ragte durch den Haarvorhang. Sie lag dort wie ein Embryo, mit der anderen Hand drückte sie ein Messer an sich. Sich auf dem knarzenden Holzboden windend flüsterte sie stockend und hastig keuchend unidentifizierbare Laute, plötzlich musste sie erbrechen. Der Große strotzte vor Befriedigung und holte dann weit aus. Erneut stöhnte er so durchdringlich laut und tief und die zarte dunkle Gestalt fuhr dabei noch enger zusammen - ihr Schluchzen erstarb augenblicklich, als würde sie mit dem letzten bisschen Würde auf ihr Ende warten.


--------------------------
copyright Aengoth
September 2007

1 Kommentar 25.9.07 22:07, kommentieren

September

Er schaut aus dem Fenster und sieht den wolkenlosen blauen Herbsthimmel, aus dem die letzten zarten Sonnenstrahlen scheinen, er sieht den weiten Garten, in dem die Blätter in Farben zwischen einem sommerlichen Tiefgrün und einem herbstlichen Goldbraun glänzen. Die trockene Erde und die staubigen Steine warten auf den Regen.
Aus seiner Stereoanlage tönen melancholische Gitarrenklänge, sehnsüchtige Gesänge und der schwere Puls eines Schlagzeugs, untermalt von leise im Hintergrund treibenden Melodien.
Er nippt an seinem Lindenhonigwein, die würzige Süße brennt ihm zart in der Kehle, ein edler Tropfen, den er monatelang im hintersten Eck seines Zimmers gelagert hatte.
Der modrig-süßliche Geruch seiner Holzmöbel schwimmt in der Luft, durchs Fenster schwebt der Duft der halb verblühten Rosen aus dem Garten.
Er runzelt seine Stirn und betrachtet mit leerem Blick seine E-Gitarre. Man müsste mal wieder die Saiten wechseln. Seine Augen schweben zum Bett. Es müsste mal wieder gemacht werden.
Ein kurzer sachter Windstoß bringt die Blätter der Zimmerpflanzen auf dem Fensterbrett zum rascheln. Ein welkes Blatt fällt auf den Boden.
Er ist müde und doch hellwach, seine Nase läuft und sein Auge tränt. Mit seinem Taschentuch wischt er seine Augen trocken und putzt seine Nase.
Alles außer ihm und der Musik steht still.
Unwillkürlich streckt er seine Hand aus – ein Griff ins Leere.
Von seiner versehentlichen Bewegung überrascht, ballt er die Hand zu einer Faust, um damit seinen schweren Kopf zu stützen.
Zu gern würde er sich einfach schlafen legen. Schon viel zu lange trotzte er in Hoffnung seiner Müdigkeit. Doch seine größte Hoffnung hat ihn verlassen, verlassen

Sie ist weg, weit weg, zu weit weg.


--------------------------
copyright Aengoth
September 2007


1 Kommentar 23.9.07 16:59, kommentieren

 

Ich schlief ein -
Die Nacht brach herein,
Kein Lichtschein
Bricht durch ein Fensterlein,
Bin ganz allein.

Aus der Traum!
Schweiß und Schwindel - Dunkel


Licht -


Licht -


Die Tür find' ich im Schatten nicht!


Ein Raum ohne Wände -
Ein Grau'n ohne Ende

 

--------------------------
copyright Aengoth
Juni 2007

1 Kommentar 11.6.07 19:00, kommentieren

Fragen...

Verbitterter Geist in der Brust

sehnt nach Licht und Freud'

doch in schier jedem Ding

er sieht nur Teufel

und Verlust.

 

 

Doch was ist Verlust

für den , der nichts besitzt?

-oder doch anderer Verlust?-

wohl herbeigeführt durch die Hand Luzifers.

 

 

Arm ist manchmal reich

wenn besitzt ist was des Reichen Herz verborgen bleibt

doch was ist dies?

 

 

Es ist das schlimmste zu verlieren

wenn es besitzt wurd'

bringt mehr Freud' als des Reichen Gaben

treibt wenns verloren ist zu Einsamkeit

und zu gräuel Tat.

Doch gesegnet sei der

der das wahre besitzt.

 

 

Nur , was ist das wahre?

wahr ist Freud' und Schmerz

wahr ist es zu empfinden

in vollster Herzenslust.

 

 

Doch Tod dem,der dies nicht erstrebt

gar verachtet

denn wer kann verachten ohne wahres empfinden?

 

 

Ist dies nicht Lüge

ist dies nicht falsch

Dies sollte verachtet werden.

 

 

So stellt sich mir die Frage, warum hassen?

Damit Liebe einen Gegensatz besitzt?

Nur um sich manchmal besser zu fühlen als ein andrer ?

 

 

Hass und Verachtung überwiegt zu stark

in dieser Welt ist Licht schon gar verloren

und die, die es fanden, wurden verhöhnt.

 

 

Es scheint mir als sei Liebe nicht erwünscht

Es scheint als wäre der Mensch

zu egoistisch geworden um Liebe zu geben

Da fürchtet er den Verlust

den Verust von weltlichen Gütern

oder einem eignem hochgeachtetem wertlosen Fühlens.

 

 

Sein kümmerliches Gefühl

er fühlt wo er ignorieren sollt

und ignoriert wo er fühlen sollt

zusehr bemüht zu erstreben falsche Ziele

zu sehr verliert er den Blick auf das wahrlich Wichtige.

 

 

Und um nun nicht weiter zu philosophieren

mach das Ende kurz:

Unwissenheit ist oftmals Glück,

nur würden wir beginnen zu wissen wärs glücklicher.

by Azazel, Mai 2007

25.5.07 01:22, kommentieren

Leere,
bis zum Anschlag gefüllt.

Glück,
grenzenlos, doch von Sehnsucht umhüllt.
 


Phantasie
macht selbst den Mathematiker
zu einem unlogischen Denker.


--------------------------
copyright Aengoth
April 2007


1.4.07 20:06, kommentieren

Winternacht

Kalte Winternacht,
frostiger Hauch der Einsamkeit,
ein eisiger Pfad in die Ewigkeit,
hell am Himmel strahlt der Mond,
sein Schein berührt mein Haupt,
ein kurzer Moment nur,
ein Moment des inneren Friedens,
bis die Wolken den Moment töten,
das Licht schwindet,
Dunkelheit kehrt zurück,
Dunkelheit bleibt...

Ein Windhauch mich zum zittern bringt,
eisige Kälte streichelt meine Haut,
Spuren im frischem Schnee,
Spuren von mir,
sehe vor mir,
das Paradis aus Eis und Frost,
kahle Bäume voller Pracht,
tragen die Hölle aus Schnee und Eis,
und wieder Frieden,
kein Laut zu hören,
alles um mich schweigt...

Illusion des ewigen Todes,
NIEMAND stört diese Ruhe,
Stille erfreut mich,
und wieder der Mond,
erkämpft sich den Weg,
vorbei an den Wolken,
ein Strahl erhellt diesen Ort,
sein Licht auch mich erfüllt,
ein Moment des Glücks,
Glück welches mir nur die Nacht schenkt...

Kein Gedanke wird hier laut,
jedes Wort erstickt in der Schwärze,
dunkle Nacht herscht ,
der Tag ist besiegt,
mein Reich ist gekommen,
das Reich der Ewigkeit,
niemals würde die Nacht dem Tag unterliegen,
wenn die Zeit der Dunkelheit kommt,
kommt meine Zeit,
eine Zeit voller Hass...

Winternacht - Ein Hauch der Ewigkeit!
Winternacht - Die Nacht wird immer siegen!
Winternacht - Wenn der Mond seinen Schein mir spendet!
Winternacht - Frost, Kälte, Dunkelheit,Hass!
Ein Blick in das Angesicht der Nacht,
ein grimmiges lächeln es mir schenkt,
wie ein Spiegel,
ein Blick in das Innerste,
eine stille Liebe zu dir unheilge Winternacht,
pures Gefühl der Stille,
der einzige Weg in mein Ich,
eine Wiege voll Hoffnung,
aus einem fast verstorbener Brunnen,
ich trinke den letzen Tropfen,
ein Tropfer so bitter,
Bitterkeit der Einsicht...

Wenn die Sonne untergeht,
erfreut es mich zu sehen,
wie die Dunkelheit das Licht vernichtet,
ein Kreislauf den es immer geben wird,
das grausame Spiel des Todes,
von Tag und Nacht,
ein Schauspiel ohne gleichen,
wenn meine Augen die letzen,
blutig roten,
Sonnenstrahlen erblicken,
wie sie langsam sterben,
damit mein Reich kommen kann,
Mein Reich des toten Lichtes...

Sehe sie auferstehen,
die ewig kalte Winternacht,
der Frost zerstört den Rest,
von dem was der Tag versuchte ,
unter Schnee zu erwecken,
Winternacht du bitterer Tod allem Lebens,
wenn du dich erhebst,
weicht die Wärme,
verreckt die Blüte aller Blumen,
verkriecht sich alles was noch atmet,
du bist das Ende,
das Ende meines Schmerzes...

Und wenn du verendest,
so warte ich auf dich,
auf ewig warte ich auf deine Wiederkehr,
mein einz'ges Seelenheil!

 

--------------------------
copyright Azazel
März 2007

 

12.3.07 20:08, kommentieren